Liebe Gäste, Nachbarn & Freunde.
Herzlich willkommen im WINKMANNSHOF!
Willkommen in Linn.

winkmannshofDer Winkmannshof in Linn ist Tradition. Eine Tradition und ein Name der bleibt, während Eigentümer, Pächter und selbst die Art der Nutzung wechselten. Unmittelbar im Schatten der imposanten Linner Burg und ihrer Mauern am Burgeingangstor gelegen, scheint er förmlich dazuzugehören. Doch im Vergleich zur Burg, die auf eine Entstehungszeit im 12. Jahrhundert zurückblickt, sind die denkmalgeschützten Gemäuer des Winkmannshof doch vergleichsweise jung.

Im Jahre 1783 wurde der Winkmannshof als kurkölnische „Kellnerei" (Wirtschaftshof) der Burg Linn erbaut und über Generationen durch die Familie Winkmann bewirtschaftet. Der erste Teil dieses Satzes deutet an, dass Linn damals noch nicht zu Krefeld gehörte und als Ackerstädtchen zu den Besitztümern des Kurfürsten und Erzbischofs von Köln gehörte. Die Kurkölner Straße erinnert noch heute daran. Und wenn die Kirche Bauherr für einen „Hof“ war, der gleichermaßen für die Bewirtschaftung der Güter rund um die Burg und die Bewirtung von Gästen gedacht war, dann hatte das seine Gründe. Die einen sind offensichtlich, die landwirtschaftlichen Flächen sollten bewirtschaftet und gepflegt werden. Zum anderen zogen kirchliche Wallfahrten und Prozessionen immer wieder größere Besucherströme nach Linn, die auch verpflegt werden mussten.wmh start eins

In diesem Umfeld kam die Familie Winkmann, deren erste Vertreter wohl um 1650 nach Krefeld gekommen waren und sich bislang als Schmiede und Stellmacher einen Namen gemacht hatten, auf die Idee umzusatteln. Um 1750 eröffneten sie die erste Gaststätte in Linn, wenige Jahrzehnte später bewirtschafteten sie auch den neuen Winkmannshof. Sie hatten in Doppelfunktion ja Erfahrung gesammelt. An die landwirtschaftliche Vergangenheit erinnert heute übrigens noch die dem Winkmannshof angegliederte Scheune, die als beliebter Veranstaltungsort gilt.

Die Terrasse des WINKMANNSHOF an der Museumswiese

 

Der Winkmannshof säumt den Eingang zum Linner Burghof. Und so ist es kein Wunder, dass er immer im Mittelpunkt von Gedankenspielen und städtischen Planungen stand. Die weit reichenden Vorstellungen des Gründungsvaters des Museums Burg Linn, Albert Steeger, gingen dahin, Burg Linn und Alt-Linn zu einem Freilichtmuseum zu machen. Der Zweite Weltkrieg zerstörte Linner Bausubstanz und weitgehend auch diese Pläne. Doch noch in den späten 50er Jahren war Linn im Gespräch, zu einem Freilandmuseum des Landes Nordrhein-Westfalen zu werden, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Damit war das Projekt „Linner Freilichtmuseum“ beendet.

Besucher von außerhalb werden natürlich durch die Linner Burg gelockt. Überrascht stellen sie dann fest, dass sie im Museumsbunker archäologische, landeskundliche, volkskundliche Sammlungen erleben können und vor allem viele römische Schätze, die aus den Ausgrabungen des Römerlagers „Gelduba“ (heute Krefeld-Gellep) stammen. Dann gehen sie vielleicht in das schräg gegenüber vom Winkmannshof gelegene „Deutsche Textilmuseum“, das so viel mehr als nur die Textilgeschichte der Samt- und Seidenstadt Krefeld zu zeigen hat. Im Kurfürstlichen Jagdschloss, im Burghof gelegen, werden sie dann noch mit bemerkenswerten Ausschnitten aus der Krefelder Stadtgeschichte konfrontiert. Die stadtgeschichtliche Sammlung ist allerdings viel größer, als in den beschränkten Räumlichkeiten des Jagdschlösschens zu zeigen wäre. Und so gab es in den späten 60ern und frühen 70ern Pläne, den Winkmannshof als Ausstellungsort für diese Sammlung zu nutzen und nur ein kleines Café übrig zu lassen.

Doch der Winkmannshof blieb, was er war und wurde durch aufwändige Sanierungsarbeiten der Familie Rothschuh in den Jahren 1976-1979 zu dem, was er heute ist.